
Maso Salengo
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, in den ländlichen Dörfern des Etschtals, wo es noch keine Geschäfte oder Gasthäuser gab, hängte der Winzer, sobald der Wein fertig war und er zum Ausschank bereit war, einen Efeuzweig an das Kellertor. Das war das Zeichen, auf das die Nachbarn mit einem Glas, einer Flasche und einem Stuhl reagierten. Im Hof entstand so ein geselliger Ausschank in gemütlicher Runde. Auf diese Weise verkaufte der Urgroßvater von Giuseppina und Paolo seinen Wein in Volano, einem kleinen Ort in der Nähe von Trient. Heute ist es den beiden jungen Winzern, ausgestattet mit dem kostbaren Erbe der ihnen überlieferten Erfahrung, mit frischer Begeisterung und exzellenter moderner Technologie, gelungen, sowohl Weiß- als auch Rotweine zu erzeugen, die Ausdruck jener wunderbaren Erde sind – lehmig, weil sie einst von der Etsch überschwemmt wurde – zwischen den Hügeln von Trient und den Nordufern des Gardasees. 1969 begann man mit der Abfüllung der Weine, und seit 1980 trägt der Betrieb den Namen Maso Salengo. Gestern wie heute ist die Familie stolz darauf, den weichen und strukturierten Marzemino zu erzeugen, der gerade der lehmigen Beschaffenheit des Bodens seinen Charakter verdankt. Im Weinberg werden die Marzemino-Reben in Pergola-Erziehung kultiviert, in manchen Bereichen mit alten Rebstöcken – kein Wunder, denn hier im Vallagarina ist diese Rebsorte ein wahrer Protagonist, und ihr wurde sogar vom Librettisten Da Ponte gedacht, der in den Versen des von Mozart vertonten Don Giovanni schrieb: „Versa il vino! eccellente Marzemino!“ Der Betrieb erzeugt rund zehn Rebsorten, ausgewählt unter den für seine Böden am besten geeigneten, und produziert einige Weißweine, vorwiegend jedoch Rotweine.