Der landwirtschaftliche Betrieb Tiberi David liegt in Loro Piceno, in den grünen Hügeln der Marken, auf einer Höhe von 400 Metern über dem Meeresspiegel, und genau hier entsteht der Vino Cotto Stravecchio Occhio di Gallo
Vino Cotto Stravecchio Occhio di Gallo
Die Herstellung des Vino Cotto ist Ausdruck von Hingabe und Leidenschaft. Eine Arbeit, die mehrere Tage in Anspruch nimmt und an der die gesamte Familie beteiligt ist. Wir lesen die Trauben ausschließlich von Hand zwischen den Rebzeilen von Verdicchio, Malvasia, Trebbiano und Sangiovese. Die Trauben werden zunächst von Hand ausgewählt, dann geerntet, und unmittelbar danach beginnt das Pressen. Die letzte Phase ist das Kochen des Mostes. Bei uns handelt es sich um ein wahres, überliefertes Ritual. Die besonders heikle Phase ist jedoch die Reifung im Fass. Die Herstellung des Vino Cotto basiert auf der Konzentration des Mostes durch das „Kochen“, das bei einer Höchsttemperatur von 60 °C erfolgt. Der Most wird durch die Verdunstung des Wassers um 30–50 % reduziert. In dieser Phase führen wir auch das Abschäumen durch, mit dem die Eiweißstoffe entfernt werden.
Der Vino Cotto in der Geschichte
Der Vino Cotto blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück, denn er war eine der ersten Methoden zur Verarbeitung von Trauben, die bereits von den Picenern in dem geografischen Gebiet genutzt wurde, das die alten Griechen
Enotria (Land der Weine) nannten.
Es wird erzählt, dass schon die römischen Kaiser den Vino Cotto als Getränk zum Abschluss der Mahlzeit genossen; einige Zeugnisse dafür finden sich in den Schriften von Plautus, Plinius und Columella.
Der
Vino Cotto war für jede Familie ein
Zeichen der Gastfreundschaft und wurde zu den besten Anlässen ausgeschenkt. Der Überlieferung nach wurden sogar die Arme und Beine der Kinder mit Vino Cotto benetzt, um sie zu kräftigen. Er wurde häufig als Heilmittel bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt, etwa bei Erkältungen, zur Beruhigung von Hautreizungen bei Kindern, für strahlende Haut und wohlriechenden Atem … vor allem aber, um die Seele zu wärmen.
Die Eigenschaften
Nach dem Abkühlen weist der Most drei wichtige Eigenschaften auf, die ihn von Mosten aus
gepressten, getrockneten Trauben (Passito-Trauben) unterscheiden:
- er behält eine
gute Säure, die er beim Trocknen der Trauben verloren hätte;
- durch das Abschäumen besitzt er eine gute
Eiweißstabilität;
- er enthält nicht die typischen, beim Kochen „abgetöteten“ Gärungsbakterien.
Im Vergleich zu den seit Jahrzehnten im Handel erhältlichen Jahrgängen des
Vino Cotto hebt sich diese Riserva klar und deutlich ab.
Die Komplexität der
Aromen und die geschmackliche Tiefe bedeuten einen Sprung in die Zukunft.
Weinlese: Handlese Anfang Oktober,
Pressung von Hand, langsames Kochen des Mostes und Lagerung im Holzfass für eine spontane, unkontrollierte Gärung.
Abfüllung:
ohne jegliche Filtrierung.
Beschreibung des Weins:
Farbe „Occhio di Gallo“ (Hahnenauge),
am Gaumen intensiv und vielschichtig mit würzigen Aromanuancen von Muskatnuss,
Zimt und fruchtigen Noten von getrockneten Datteln und Feigenkonfitüre; süß, warm, weich mit guter Struktur, ausgewogen, intensiv und anhaltend mit einem langen Abgang, der perfekt mit den olfaktorischen Eindrücken übereinstimmt. Der Vino Cotto besitzt eine hohe antioxidative Wirkung, die auf die Karamellisierung der Zucker während der Pasteurisierung des Mostes zurückzuführen ist.
Kombinationen: Es ist ein Wein zum Nachdenken und Genießen, doch möchte man ihn dennoch kombinieren, so ist die ideale Verbindung mit
Trockengebäck und Schokolade, hervorragend auch zur Verkostung mit einer Zigarre. Die Riserva passt zudem gut zu
lange gereiften Käsesorten.